MARKT

Was wird das heißeste

Investment-Thema

2019 sein?

Blackrock

ENTTÄUSCHTE ZINSHOFFNUNGEN

„Vermeintlich höhere Leitzinsen und keine Anleiheankäufe mehr: Vordergründig stehen die Zeichen im Jahr 2019 auf höhere Zinsen in der Eurozone. Nun ist eine Zinsanhebung gerade nach den Fehlern der EZB in den Jahren 2008 und 2011 aber alles andere als eine ausgemachte Sache. Damals wurden Zinsanhebungsschritte innerhalb kürzester Zeit korrigiert. Das Ende des Ankaufprogramms ist zwar so gut wie sicher – steigende Zinsen sind wohl dennoch kaum zu erwarten. Vor allem nicht in den Kernländern der Eurozone. Einerseits bleibt die EZB wichtiger Nachfrager am europäischen Rentenmarkt. Zudem zerren das hohe globale Sparvolumen oder auch die reduzierte Emissionstätigkeit vieler Eurostaaten von unten an den Zinsen. Wer in Europa mit einer Zinsentwicklung wie in den USA ab dem Jahr 2016 rechnet, könnte 2019 bitter enttäuscht werden.“

Thomas Loszach, Leiter der Zweigniederlassung Österreich und Osteuropa von BlackRock

J. P. Morgan

Konjunkturzyklus in der späten Phase

„Zwar lässt das Wachstumstempo nach, wir erwarten aber, dass der Zyklus noch weiter anhalten sollte, da das Wachstum weiterhin über dem langfristigen Trend liegt. Die geopolitischen Sorgen und Risiken sind hingegen gestiegen, sodass eine etwas moderatere Risikodosis angebracht scheint. Doch auch wenn die aktuelle späte Phase des Konjunkturzyklus generell von einer höheren Volatilität begleitet werden wird, waren diese Perioden in der Vergangenheit positiv für Risikoanlagen. Hier kann ein flexibler Multi-Asset-Fonds seinen großen Vorteil ausspielen, dass nämlich unterschiedliche Anlageklassen eingesetzt werden können, um komplexe Marktbedingungen zu bewältigen. Durch ein breites Spektrum an Income-Anlageklassen mit unterschiedlichen Risikoprofilen kann ein solcher Fonds dort aktiv sein, wo trotz weiterhin vorherrschendem Niedrigzinsumfeld noch Ertragschancen zu finden sind.“

Jakob Tanzmeister, Investment Specialist in der Multi-Asset Solutions Gruppe von J. P. Morgan Asset Management

Allianz Global Investors

Europäische Dividendenstrategie

„Aufgrund sehr guter Wertentwicklung der Aktien von US-Tech-Unternehmen und politischer Unsicherheiten in Europa ging das Augenmerk des einen oder anderen Anlegers weg von Europa. Aus unserer Sicht zu Unrecht, denn hierbei wird so manche günstige Gelegenheit übersehen. Eine anhaltende wirtschaftliche Expansion und moderat steigende Zinsen wirken sich stabilisierend auf europäische Unternehmen aus. Unternehmen, die über eine solide Finanzposition verfügen, die in volle Auftragsbücher blicken und in der Lage sind, hohe Dividenden auszuschütten und diese auch stabil zu halten, sind eine beruhigende Basis in unruhigen Zeiten. Davon gibt es derzeit nicht wenige in Europa. Mit dem richtigen Fokus sind Ausschüttungsrenditen von 4 Prozent erreichbar. Gleichzeitig bietet der Anker der Dividende einen Risikopuffer. Europäische Dividendenstrategien bleiben aus unserer Sicht auch 2019 weiterhin attraktiv.“

Frank Patermann, Director Germany/Austria bei Allianz Global Investors

Pimco

Mit Anleihen globale Chancen flexibel nutzen

„Gerade wenn es an den Kapitalmärkten ungemütlich wird, bieten Anleihen wichtige Vorteile. Solche unruhigeren Zeiten könnten angesichts hoher Bewertungen, des Rückzugs der EZB und politischer Unsicherheit durchaus bevorstehen. Europäische Anleger können sich wappnen, indem sie, etwa mit kurzlaufenden Euro-Anleihen guter Bonität, Risiken reduzieren. Dabei geben sie jedoch Renditepotenzial auf. Wir halten daher flexible Strategien für interessant, die global die attraktivsten Gelegenheiten nutzen und mit aktivem Laufzeiten-Management auf Änderungen des Zinsniveaus reagieren können. Diese können entweder eher auf laufende Erträge und Kapitalerhalt oder auf absolute Erträge ausgerichtet sein. Sie eröffnen Zugang zu einem globalen Anlagespektrum und können zugleich Mehrertrag generieren und Risiken reduzieren.“

Philip Bufe, Global Wealth Management bei Pimco

Fidelity

Emerging Markets könnten wieder attraktiver werden

„Emerging Markets haben ein herausforderndes Jahr 2018 erlebt. Die Kombination von starkem USD und Zinserhöhungen in den USA hat sowohl einige Aktien- als auch Rentenmärkte unter Druck gebracht. Die zusätzlichen Sorgen vor einer Ausweitung des US-chinesischen Handelskriegs haben den Druck, insbesondere auf einige asiatische Märkte, weiter erhöht. 2019 könnte damit ein attraktiveres Jahr für die Entwicklungsmärkte werden: Die Verlangsamung der Zinserhöhungen der Fed, ein Ende der Dollarrallye und das Durchschlagen des chinesischen Fiskalstimulus auf die Wirtschaft könnten alle positive Impulse liefern. Und wie üblich liefert der undifferenzierte Abverkauf der Emerging-Market-Aktien wieder attraktive Einstiegskurse für, durch Fundamentalanalyse ausgewählte, Einzelaktien.“

Adam Lessing, Head of Central & Eastern Europe, Fidelity International